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Projekt EVITA

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EValuation Innovativer Therapeutischer Alternativen

Ein Instrument zur Bewertung neuer Arzneimittel hinsichtlich des klinischen Fortschritts

EVITA ist ein Projekt des HTA-Zentrums Bremen.
Es erfolgt in Kooperation mit der NEPI-Foundation der Lund-Universität Malmö in Schweden
und wird gefördert durch den GKV-Spitzenverband.

 

VERANTWORTLICHKEIT

Die Verantwortlichkeit dieses Projekts obliegt

Prof. Dr. med. Norbert Schmacke, Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung

Prof. Dr. med. Bernd Mühlbauer, Institut für Pharmakologie am Klinikum Bremen Mitte

 

 

HINTERGRUND

Viele neu zugelassene Arzneimittel werden als therapeutische Innovationen deklariert. Aus den Zulassungsstudien ist jedoch häufig kein substantieller Vorteil für die Patienten erkennbar. Teilweise werden nur Surrogatzielgrößen untersucht, teilweise werden angesichts bestehender therapeutischer Standards inadäquate Kontrollgruppen gewählt. Vor diesem Hintergrund wurde mit EVITA ein rasch anzuwendendes und transparentes Verfahren zur frühzeitigen Bewertung des Mehrwerts neuer Wirkstoffe entwickelt.
Die Stärken von EVITA bestehen in einer zur Markteinführung zeitnahen Bewertung und der Möglichkeit schneller Wiederholungsbewertungen bei Änderung der Datenlage. Gleichzeitig weist EVITA auch auf typische Defizite der Zulassungsstudien hin. Das Instrument ist nicht geeignet, um umfangreiche HTA-Berichte oder systematische Übersichtsarbeiten zu ersetzen.

 

METHODE

EVITA basiert auf einer indikationsbezogenen Bewertung des Wirksamkeits- und Risikoprofils eines Wirkstoffs gegenüber relevanten Alternativen (Tab. 2 - 4). Placebo ist als Komparator nur zulässig, wenn kein allgemein akzeptierter Standard existiert. Positive Punkte erhält ein Wirkstoff durch einen in randomisiert kontrollierten Studien nachgewiesenen Vorteil hinsichtlich Wirksamkeit oder unerwünschter Effekte, negative Punkte durch entsprechende Nachteile. Die Punkte werden entlang eines transparenten Algorithmus zugeteilt, wobei Patientenrelevanz der Zielgrößen (Abb. 1, Tab. 2), Anzahl unterstützender, nicht schlüssiger oder negativer Studien (Tab. 2), sowie die Effektstärke (Tab. 3) einfließen. Der EVITA-Gesamtscore spiegelt schließlich auch das Behandlungsziel (Therapie vs. Prävention) und die Schwere der Erkrankung wieder (Tab. 1). Das Vorliegen eines therapeutischen Standards sowie die Patientenrelevanz der Zielgrößen definieren ein Studiensetting (Abb. 1), anhand dessen der klinische Mehrnutzen beurteilt wird. Genügt die Studienlage nicht den Anforderungen, wird das Studiensetting „N/A" (nicht auswertbar) gewählt.
Zur raschen Orientierung wird das EVITA-Ergebnis mittels einer kontinuierlichen Farbskala (rot-gelb-grün) wiedergegeben, N/A-Situationen werden mit einem Halteschild-ähnlichen Symbol versehen, in dem ein Fragezeichen integriert ist (Abb. 1). Die Angabe der berücksichtigten und der als ungenügend eingeschätzten klinischen Studien gewährleistet die Transparenz der Bewertung.

Therapeutischer Standard
In EVITA wird, wo immer möglich, der therapeutische Standard aus der vorhandenen Datenlage evidenzbasiert abgeleitet. Leitlinien werden als Orientierung genutzt, welche Therapiemöglichkeiten bei speziellen Indikationen empfohlen werden. Der therapeutische Standard kann somit Leitlinien folgen, ein Exzerpt aus verschiedenen Leitlinien sein, aber auch davon abweichen.

Kombinierte Endpunkte
Kombinierte Zielgrößen, die sowohl aus patientenrelevanten wie auch aus surrogaten Endpunkten zusammengesetzt sind, werden bei den EVITA-Bewertungen nur dann als patientenrelevant eingestuft, wenn sich für die patientenrelevante Komponente eine Überlegenheit des zu bewertenden Wirkstoffs gegenüber dem Vergleichswirkstoff gezeigt hat. Nur in solchen Fällen resultieren A-Studiensettings.

 

IM RAHMEN DER PROJEKTENTWICKLUNG BEWERTETE WIRKSTOFFE

Folgende in den letzten sieben Jahren in Deutschland zugelassene Wirkstoffe wurden im Rahmen der Projektentwicklung mit EVITA bewertet.

- Aliskiren
in der Indikation arterielle Hypertonie
(In Überarbeitung)

- Lenalidomid Flyer

in der Behandlung des refraktären oder relapsierenden Multiplen Myeloms bei Patienten, für die Dexamethason als einzige Therapieoption zur Verfügung steht
(Stand: Januar 2009)

- Zoledronsäure 5mg i.v./y Flyer
zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Fraktur-Risiko
(Stand: Januar 2009)

 

AKTUELLE BEWERTUNGEN


- Agomelatin Flyer, Langfassung
zur Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen
(Stand: Mai 2010)

- Antithrombin alfa Flyer, Langfassung
zur Prophylaxe einer venösen Thromboembolie bei chirurgischen Eingriffen an Patienten mit erblich bedingtem Antithrombinmangel
(Stand: Dezember 2009)

- Dabigatranetexilat Flyer, Langfassung
zur Primärprävention venöser Thromboembolien nach elektivem Hüft- oder Kniegelenksersatz
(Stand: August 2009)

- Dronedaron Flyer, Langfassung
zur Ventrikelfrequenzkontrolle bei klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit nicht-permanentem Vorhofflimmern
(Stand: Juni 2010)

- Dronedaron Flyer, Langfassung
zur Rezidivprophylaxe bei klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit nicht-permanentem Vorhofflimmern
(Stand: Juni 2010)

- Fesoterodin Flyer, Langfassung
zur symptomatischen Behandlung der überaktiven Blase
(Stand: August 2009)

- Lasofoxifen Flyer, Langfassung
zur Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Fraktur-Risiko
(Stand: September 2009)

- Melatonin Flyer, Langfassung
für die Kurzzeitbehandlung der primären Insomnie bei älteren Patienten
(Stand: April 2010)

- Ranolazin Flyer, Langfassung
als Ergänzungstherapie zur antianginösen Therapie der Wahl
(Stand: Juli 2009)

- Rivaroxaban Flyer, Langfassung
zur Primärprävention venöser Thromboembolien nach elektivem Hüft- oder Kniegelenksersatz
(Stand: Januar 2010)


ABBILDUNGEN


Abbildung 1. Flussdiagramm des Entscheidungsbaumes, das zu den EVITA-Studiensettings führt


Flussdiagramme zu allen EVITA Studiensettings, in denen die Entscheidungspfade zu den verschiedenen Studiensettings hervorgehoben sind

 

Abbildung 2. Beispiele für EVITA-Farbskala


TABELLEN


Tabelle 1.

Tabelle 2.

Tabelle 3.

Tabelle 4.

 

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Verzeichnis allgemeiner und bei EVITA häufig verwendeter Abkürzungen

 

LINKS


Originalpublikationen

Püntmann I, Schmacke N, Melander A, Lindberg G, Mühlbauer B. EVITA: a tool for the early EValuation of pharmaceutical Innovations with regard to Therapeutic Advantage.
BMC Clinical Pharmacology 2010, 10:5. doi:10.1186/1472-6904-10-5. free text PDF

Presseinformation 04.06.2009

EVITA: Erste Bewertung von Arzneimitteln für Experten im Internet abrufbar (pdf)

Pressekonferenz 20.11.2007

Statement Melander
Statement Mühlbauer
Statement Schmacke
EVITA-TEAM

 

TEAM

Folgende Personen sind gegenwärtig am EVITA-Projekt beteiligt:

Prof. Dr. med. Norbert Schmacke
Dr. med. Isabel Püntmann
Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung
Vereins zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt Bremen

Prof. Dr. med. Bernd Mühlbauer
Dr. med. Hans Wille
Institut für Pharmakologie am Klinikum Bremen Mitte

Prof. Arne Melander
Nätverk för läkemedelsepidemiologi (NEPI) Malmö, Schweden

 

KONTAKT

E-Mail:

 

Isabel Püntmann1 email, Norbert Schmacke2 email, Arne Melander3 email, Gunnar Lindberg3 email and Bernd Mühlbauer